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Überlegungen zu den Auswirkungen der unbewussten Voreingenommenheit auf die Produktivität der Mitarbeiter

Lernziele

Nachdem Sie diese Lektion abgeschlossen haben, sind Sie in der Lage, die folgenden Aufgaben auszuführen:

  • Ausmachen von Voreingenommenheit und unbewusster (implizierter) Voreingenommenheit
  • Beschreiben der Auswirkungen unbewusster Voreingenommenheit

Voreingenommenheit: Was ist das und woher kommt sie

Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass sie keine Vorurteile haben. Sie sind wahrscheinlich außerdem der Ansicht, dass sie ethisch handeln und nicht voreingenommen sind. Am Arbeitsplatz halten wir uns eher für gute Entscheidungsfinder, die einen Stellenbewerber oder die Leistung eines Mitarbeiters objektiv beurteilen und zu einer rationalen und fairen Schlussfolgerung in Bezug auf ein bestimmtes geschäftliches Problem oder eine Situation kommen. Dennoch ist es nach mehr als 20 Jahren Forschung klar, dass wir alle voreingenommen sind.

Warum ist das Ihrer Meinung nach so? Sehen wir uns das ein bisschen genauer an, damit verständlich wird, warum wir unzählige Entscheidungen treffen, ohne es überhaupt zu merken.

11 Millionen. Das ist die Menge an Informationen, mit denen unser Gehirn zu jedem beliebigen Zeitpunkt konfrontiert ist, so Timothy Wilson, Professor für Psychologie an der University of Virginia und Autor des Buchs "Strangers to Ourselves: Discovering the Adaptive Unconscious". Finden Sie das nicht auch ziemlich beeindruckend? Vielleicht erstaunt es Sie sogar noch mehr, dass das Gehirn nur 40 Informationen verarbeiten kann. Was tut unser Gehirn folglich? Es erstellt Abkürzungen und verwendet bisherige Erfahrungen, um Vermutungen anzustellen. Dieser Vorgang wird von Forschern als "unbewusste Voreingenommenheit" bezeichnet.

Hier ist ein großartiges Kurzvideo von PwC über unbewusste Voreingenommenheit und das, was als blinde Flecken bezeichnet wird.


Demnach ist es ein natürlicher Vorgang in unserem Gehirn, Informationen aufzunehmen, zu registrieren und als gut oder schlecht, bequem oder unbequem einzustufen. Es ist ganz normal, dass wir blinde Flecken haben oder voreingenommen sind. Das geht uns allen so. Aber als Mensch haben wir die Fähigkeit, diese Voreingenommenheit, ob unbewusst oder bewusst, zu erkennen, denn sie kann negative und unfaire Auswirkungen auf unsere Mitmenschen haben. Unserer Meinung nach treffen wir begründete und rationale Entscheidungen und unsere Absichten sind im Allgemeinen gut. Doch unser Unterbewusstsein arbeitet gegen uns und wir müssen es im Zaum halten. 

Voreingenommenheit und unbewusste Voreingenommenheit: Die Auswirkungen auf Rasse und Geschlecht

Untersuchungen zur Voreingenommenheit, die von den britischen Wirtschaftspsychologen Tinu Cornish und Dr. Pete Jones (2011) durchgeführt wurden, ergaben, dass fast 40 % der Menschen eine unbewusste Voreingenommenheit gegenüber bestimmten Geschlechtern und Ethnien haben. Dies zeigt, dass wir uns bewusst darum bemühen müssen, unbewusste Voreingenommenheit abzubauen, um Chancengleichheit in unseren Organisationen und der Gesellschaft zu gewährleisten.

Nachstehend sind einige Beispiele zu Gefahren aufgelistet, die durch unsere unbewusste Voreingenommenheit auftreten. Forscher am Women in Science & Engineering Leadership Institute, University of Wisconsin, Madison, haben eine Studie über rassistische Vorurteile und Mutmaßungen durchgeführt. Hier die Ergebnisse:

  • Als man ihnen Fotos von Männern mit ähnlichem Körperbau vorlegte, stuften die Testpersonen die Sportlichkeit der schwarzen Männer höher als die der weißen ein.
  • Anhand von festgelegten Vokabeln sollte die Ausdrucksfähigkeit evaluiert werden. Die Testpersonen bewerteten dabei angeblich schwarze Bewerber schlechter als weiße.
  • Als man Lebensläufen verschiedene, frei erfundene Namen zuwies, wurde deutlich, dass Bewerber mit "weiß klingenden Namen" eher zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden als Bewerber mit "schwarz klingenden Namen" mit der gleichen Qualifikation.

Beim mittlerweile berühmten Heidi/Howard Roizen-Experiment baten Wissenschaftler der Columbia Business School Studenten, den Lebenslauf eines Unternehmers mit dem Namen Howard Roizen einzuschätzen. Er hatte bei Apple gearbeitet, danach sein eigenes Softwareunternehmen gegründet und war vorübergehend Partner in einer Risikokapitalgesellschaft gewesen. Er galt als kompetenter Netzwerker und hatte mächtige Freunde, u. a. Bill Gates. Seine Kollegen beschrieben ihn als "treibende Kraft" und "Wirtschaftsführer". Die Studenten hielten ihn für den optimalen Bewerber auf eine Stelle im Unternehmen. Er packte Aufgaben entschlossen an und war sympathisch.

Derselbe Lebenslauf wurde anderen Studenten zur Bewertung gegeben, aber der Name lautete hier Heidi Roizen. Das Ergebnis? Die Studenten bewerteten Heidi grundlegend anders als Howard. Heidi wurde als egoistischer und als Kandidatin weniger wünschenswert als Howard wahrgenommen, obwohl sie in ihrer Effizienz gleich bewertet wurde. Über Howard sagten die Bewerter: "Diesen Mann würde ich gern kennenlernen. Er ist scheinbar sehr erfolgreich." Über Heidi sagten sie, sie sei scheinbar "sehr ich-bezogen" und "aggressiv".

Als Menschen verfügen wir über die Fähigkeit zum kritischen Denken und Analysieren. Am Arbeitsplatz ist es für uns wichtig, zu erkennen, wann wir uns auf unsere Impulse verlassen, die von unbewusster Voreingenommenheit bestimmt sind, damit wir letztendlich fundierte und rationale Entscheidungen treffen und dabei nicht unbeabsichtigt jemanden ausschließen.

In der nächsten Einheit erfahren wir mehr über Voreingenommenheit am Arbeitsplatz und deren Auswirkungen auf die Leistung der Mitarbeiter.

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