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Erkennen der Voreingenommenheit am Arbeitsplatz

Voreingenommenheit am Arbeitsplatz

Integration am Arbeitsplatz ist für viele Unternehmen ein bedeutsames aber unter Umständen schwer zu erreichendes Ziel. Mitunter hat unbewusste Voreingenommenheit Auswirkungen auf unsere Fähigkeit, wirklich integrativ zu sein. Unbewusste oder implizierte Voreingenommenheit bedeutet, dass wir uns dieser Einstellung nicht bewusst sind. Sie liegt daher außerhalb unserer Kontrolle. Diese Voreingenommenheit erfolgt automatisch in unserem Gehirn, wo schnelle Urteile und Einschätzungen zu Menschen und Situationen erfolgen. Einfluss auf diese Urteile haben dabei unsere Herkunft, kulturelle Umgebung sowie persönliche Erfahrungen.

Unbewusste Voreingenommenheit hemmt Chancengleichheit. Sie steht uns dabei im Weg, eine vielfältige Belegschaft zu beschäftigen und engagierte Mitarbeiter zu entwickeln, deren ganz besondere Erfahrungen und Perspektiven zu nutzen sowie eine innovative Zusammenarbeit zu garantieren. Voreingenommenheit am Arbeitsplatz kann überall zum Vorschein kommen. Meistens sind es jedoch die Bereiche Personalbeschaffung, Vorauswahl, Leistungsbewertungen und Feedback, Coaching und Weiterentwicklung sowie Beförderungen. In einer Umfrage fand Pew Research Center heraus, dass 4 von 10 Menschen der Meinung sind, dass es in Bezug auf Frauen, die in die oberste Führungsebene im Bereich der Politik oder im Business gelangen möchten, eine Doppelmoral gäbe. The Corporate Leavers Survey ist eine amerikanische Studie, die vom Level Playing Field Institute durchgeführt wurde. Sie ergab, dass jedes Jahr mehr als 2 Mio. Beschäftigte und Führungskräfte ihre Stellen aus freien Stücken verlassen. Der Grund hierfür ist ausschließlich ungerechte Behandlung am Arbeitsplatz. Jährlich entstehen den US-amerikanischen Arbeitgebern dadurch Umsatzverluste von 64 Mrd. US-Dollar.

Sehen Sie sich die folgenden Aussagen an. Hierbei handelt es sich um unbewusste Überzeugungen, die manche von uns hegen. Die folgenden Überzeugungen sind ein Auszug der Liste in einem Artikel in The Huffington Post von Trudy Bourgeois:

  • Männer sind bessere Führungskräfte.
  • Schwarze Frauen sind "verbittert".
  • Frauen haben alle einen Mutterinstinkt.
  • Latino-Männer sind faul.
  • Asiaten sind gute Techniker.

Während viele von uns keine der oben genannten Dinge sagen oder wirklich glauben würden, könnte unser Unterbewusstsein uns veranlassen, Entscheidungen auf der Grundlage dieser durch die Medien und kulturelle Missverständnisse geschaffenen Archetypen zu treffen. Sehen wir uns daher genauer an, wo sich Voreingenommenheit am Arbeitsplatz bemerkbar macht und wie.

Gruppeninterne Voreingenommenheit

Als Menschen fühlen wir uns zu dem hingezogen, was uns vertraut ist. Gruppeninterne Voreingenommenheit ist der Prozess, jemanden zu bevorzugen, der Ihnen ähnlich ist, und diejenigen auszuschließen, die nicht zu Ihrer natürlichen oder unmittelbaren Gruppe gehören. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsumgebung haben. Wir können dies jedoch angehen, indem wir uns denjenigen zuwenden, die uns nicht auf Anhieb ähnlich sind. Und häufig werden Sie feststellen, dass es tatsächlich viele Gemeinsamkeiten gibt. 

Die Auswirkungen unbewusster Voreingenommenheit auf die Produktivität der Mitarbeiter

Täglich gehen wir zur Arbeit und treffen Entscheidungen, höchstwahrscheinlich ohne das Bewusstsein, dass wir andere dabei ausschließen. Aber laut Gehirnforschung – Sie werden sich an die 11 Mio. Informationen erinnern, von denen unser Gehirn nur 40 verarbeiten kann – können wir nicht die besten Entscheidungen treffen, wenn wir uns unserer Voreingenommenheit und wie sich diese am Arbeitsplatz äußert nicht bewusst sind. In welchen Bereichen kommt diese unbewusste Voreingenommenheit am Arbeitsplatz zum Vorschein?

Hierbei gibt es häufige Situationen, in denen eine unbewusste Voreingenommenheit heimlich, still und leise eine unbeabsichtigte Ausgrenzung am Arbeitsplatz verursachen kann.

Vorstellungsgespräche/Einstellungsverfahren

Wenn Sie Ihre Stellenbewerber immer an denselben Orten, an denselben Schulen, über dieselben Empfehlungen auswählen, erhalten Sie auch stets ähnliche Kandidaten. Wenn außerdem das Personalteam selbst nicht aus vielfältigen Personen zusammengesetzt ist, wird es eine solche Vielfalt auch nur schwer erkennen. Objektive Einstellungskriterien sind wichtig, um Voreingenommenheit aus dem Weg zu räumen und für mehr Chancengleichheit im Einstellungsprozess zu sorgen.

Coaching/Weiterentwicklung

Vermutungen und Klischeevorstellungen haben Einfluss darauf, wer die interessanteren und womöglich anspruchsvolleren Aufgaben übernimmt (viele Geschäftsreisen oder Aufgaben im Ausland). Feedback wird auf unterschiedliche Weise übermittelt, entweder direkt oder eher indirekt, vor allem zwischen unterschiedlichen Geschlechtern.

Leistungsbewertung

Stellen Sie sich beim Messen und Beurteilen von Leistungen die folgenden Fragen. Sind die Werkzeuge zur Bewertung von Mitarbeitern vorurteilsfrei? Welche Kriterien werden für die Feinabstimmung der Leistungsbewertung verwendet? Ist sie auf verschiedene Persönlichkeitsstile ausgerichtet? Fördern Sie aktiv die Vielfalt der Mitarbeiter?

Täglicher Umgang

Die Kommunikation zwischen Kollegen, Führungskräften und Mitarbeitern ist äußerst vielfältig. Manche Personen erledigen eine Aufgabe umgehend, andere benötigen mehr Zeit, bis sie ihren Mitarbeitern vertrauen, dass diese die erforderlichen Ergebnisse liefern. Anerkennung und Lob erfolgen auf unterschiedliche Weise und es ist wichtig, dass Sie wissen, was die einzelnen Personen dazu motiviert, zur Arbeit zu kommen, Leistung zu bringen und sich kontinuierlich zu engagieren. Das Wichtigste dabei ist, die Leute nicht über einen Kamm zu scheren. Die Voraussetzung hierfür ist, dass Sie Ihre Voreingenommenheit kennen. Sie werden sich erinnern: Unser Gehirn leitet uns – unbewusst!

Reflektion

Wo waren Sie bisher selbst am Arbeitsplatz eventuell voreingenommen? Wann und wie waren Sie selbst einem Vorurteil ausgesetzt?

Die positiven Auswirkungen von Vielfalt und Integration

Also, wie können wir unsere Voreingenommenheit kontrollieren und die Vielfalt und Integration in unseren Unternehmen fördern, sodass am Arbeitsplatz Chancengleichheit entsteht? Das beste Werkzeug sind dabei wir selbst. Wir haben die Möglichkeit, von einer Situation Abstand zu gewinnen und sie uns durch den Kopf gehen zu lassen. Wenn wir uns unserer Vorurteile bewusst werden und wenn wir wissen, dass wir unser Augenmerk auf Menschen außerhalb der "angesagten Gruppe" richten sollten, fällt es uns leichter, jede von uns getroffene Entscheidung bewusst zu hinterfragen und sicherzustellen, dass wir uns nicht von Voreingenommenheit leiten lassen, sondern dass wir unsere Voreingenommenheit im Zaum halten. Amy Lazarus, CEO von Inclusion Ventures, schlägt vor, dass selbst der Akt des Schreibens von "Ich bin voreingenommen" auf einem Klebezettel und dessen Platzierung auf Ihrem Computerbildschirm Ihnen helfen kann, die Voreingenommenheit zu mindern, da Sie sich ihrer bewusster sind. 

Wenn wir für mehr Vielfalt sorgen bei den Menschen, die wir einstellen, weiterentwickeln und befördern, wenn wir ein dynamisches und integrationsoffenes Verhalten an den Tag legen, können wir die unbeabsichtigten negativen Auswirkungen unserer unbewussten Voreingenommenheit beseitigen und werden bessere Erfolge erzielen. Wie die Studien gezeigt haben, ergeben sich durch die Vielfalt in all ihren Ausprägungen folgende Vorteile:

  • Bessere finanzielle Ergebnisse, bessere Kundenzufriedenheit und mehr Philantropie
  • Viele unterschiedliche Ideen sorgen für innovative Lösungen
  • Stellt einen Querschnitt der weltweiten Kundenprofile und Kaufentscheidungen dar

Im nächsten Modul lernen Sie, wie Sie eine Kultur der Integration für alle schaffen, indem Sie unsere Vorgehensweisen eines Verbündeten für Chancengleichheit umsetzen. 

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