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Die Grundlagen des Geschichtenerzählens

Lernziele

Nachdem Sie diese Lektion abgeschlossen haben, sind Sie in der Lage, die folgenden Aufgaben auszuführen:

  • Erläutern, warum der Aufbau einer Geschichte wichtig ist
  • Aufzeigen der vier Komponenten eines grundlegenden Spannungsbogens
  • Beschreiben der drei verschiedenen Arten von Geschichten

Geschichtenbörse

Im Jahr 2009 richtete ein Mann namens Todd Bol eine "kleine kostenlose Bibliothek" vor seinem Haus ein. Er tat das als Andenken an seine Mutter, eine Lehrerin. Das Prinzip war Folgendes: Alle, die wollten, konnten sich aus der Bibliothek ein Buch herausnehmen oder eines spenden.

Vielleicht haben Sie schon einmal eine solche kostenlose Bibliothek gesehen?

Kleine kostenlose Bibliothek

Wenn Sie Ihrem Team Geschichten erzählen, ist das ein bisschen wie eine kleine kostenlose Bibliothek. Es ist ein Geben und Nehmen und alle tragen dazu bei. Als Manager ist es sinnvoll, eine Atmosphäre zu schaffen, in der man als Teil der Unternehmenskultur anderen Dinge mitteilt und ihnen zuhört.

Warum das eine gute Idee ist? Wenn Sie über die einzelnen Teammitglieder mehr erfahren und ihre persönliche "Geschichte" entdecken (d. h. mehr Informationen zu ihrem Charakter erhalten und erfahren, was die Mitarbeiter motiviert und interessiert), wissen Sie auch, wie Sie zu den einzelnen Personen in Ihrem Team eine Beziehung aufbauen und wie Sie sie begeistern und motivieren können.

Ihrem Team zuhören

Lernen Sie, Ihrem Team zuzuhören, damit Sie wissen, welche Geschichten Sie erzählen können. Hören Sie sich Geschichten aus ihrem Leben und zu ihren Interessen an. Erfahren Sie mehr über ihre direkten Mitarbeiter – ihre Leidenschaften, Interessen und Karriereziele. Überlegen Sie sich, welche Karrierechancen es bei der Arbeit gibt. Überlegen Sie sich, wie die Mitarbeiter ihre Leidenschaften bei der Arbeit einsetzen könnten.

Und das geht folgendermaßen: Die äußerst erfolgreiche Finanzanalystin Susanne Arends ist in Frankfurt im Finanzsektor tätig. Sie erzählt gern von ihren Reisen. Sie teilt mit, dass sie sich zum Ziel gesetzt hat, bis zu ihrem 30. Geburtstag jeden Kontinent besucht zu haben. Ein Arbeitsauftrag in Sydney ergibt sich, der für sie optimal passen würde. Sie nehmen Kontakt mit der Leiterin der Finanzabteilung Christine Clarke in der australischen Niederlassung auf und werben für Frau Arends. Während der 6 Monate in Australien ist Frau Arends besonders engagiert bei der Arbeit. Schließlich ist sie privat und beruflich involviert.

Hören Sie gut zu, um herauszufinden, was Ihre einzelnen Teammitglieder interessiert. Diese Interessen können Sie anschließend mit tollen Karrierechancen verbinden.

Erzählen Sie Geschichten in Ihrem Team

'Sprechen Sie so, dass andere Ihnen gern zuhören. Hören Sie so zu, dass andere gern mit Ihnen sprechen.' Unbekannt

"Sprechen Sie so, dass andere Ihnen gern zuhören. Hören Sie so zu, dass andere gern mit Ihnen sprechen." Unbekannt

Wenn Sie möchten, dass Ihre Teammitglieder Ihnen ihre Meinung mitteilen, müssen Sie als Vorbild vorangehen. Teilen Sie Ihre eigene Geschichte mit:

  • Sagen Sie anderen, was Sie motiviert.
  • Erzählen Sie, was Sie bewegt.
  • Sprechen Sie über wichtige Entscheidungen, die Sie in Ihrem Leben oder Ihrer Karriere getroffen haben.
  • Erzählen Sie über Erfolge, Fehlschläge und Dinge, die Sie gelernt haben.
  • Teilen Sie mit, worauf Sie stolz sind und vielleicht auch etwas, was Sie bedauern.
  • Erläutern Sie die Gründe für Ihre geschäftlichen Entscheidungen.

So bauen Sie eine Geschichte auf

Wenn Sie eine Geschichte erzählen möchten, sollten Sie ihr zunächst einen Aufbau geben. Eine solche Gliederung einer Geschichte dient der Organisation ihrer Einzelteile. Sie bildet das Rahmenwerk, mit dem Sie Ihre Zuhörer vom Anfang bis zum Ende der Geschichte leiten. Durch eine Gliederung können Sie Ihre Geschichten spannend und motivierend erzählen.

Klicken Sie auf die Grafik, um von Jen Brown mehr über die Gliederung einer Geschichte und über deren Aufbau erfahren. Jen Brown ist Mitglied der oberen Führungsebene in der Abteilung Customer Evangelism bei Salesforce. Sie unterrichtet das Geschichtenerzählen in unseren Vertriebsschulungen.

"Der Aufbau ist für den Leser wie eine Reihe von Wegweisern. Sie führen ihn den Weg entlang und helfen ihm dabei, sich die wichtigsten Teile zu merken." Jen Brown, Senior Manager, Customer Evangelism, Salesforce

Der Spannungsbogen

Sie können beim Gliedern Ihrer Geschichte einen Spannungsbogen verwenden. Ein Spannungsbogen ist die chronologische Abfolge mit der sich die Ereignisse in einer Geschichte entfalten. Der Spannungsbogen führt den Zuhörer bzw. den Leser durch die Geschichte wie durch ein Erlebnis.

Der grundlegende Spannungsbogen besteht aus vier Teilen:

  • Exposition
  • Konfrontation
  • Wendepunkt
  • Auflösung

Illustration eines Spannungsbogens als Welle / Exposition, Konfrontation, Wendepunkt, Auflösung

Sehen wir uns genauer an, was diese einzelnen Punkte bedeuten und wie Sie Ihre Geschichten mit dem Spannungsbogen ansprechender gestalten.

In dieser Tabelle werden die einzelnen Bestandteile des Spannungsbogens erläutert und Sie erhalten ein Beispiel zu ihrer Verwendung. Die Situation lautet wie folgt: Ein Manager möchte seinem direkten Mitarbeiter eine Geschichte erzählen.

Tipp: In der Beispielspalte wird eine Geschichte erzählt.

Zweck
Funktion
Beispiel:
Exposition

Hier wird erläutert wo und/oder wann die Geschichte passiert.
Das hilft Ihrem direkten Mitarbeiter dabei, sich die Situation vorzustellen, als wäre er direkt dabei.
Der Besprechungsraum war stickig und warm. Es roch nach Farbe, frisch gereinigter Kleidung und nach den Resten des Mittagessens vom Catering-Service. Der Raum hatte weder Fenster noch Bilder an den Wänden. Es gab lediglich eine riesige Leinwand für die Präsentation, eine Bühne und viele Leute.
Konfrontation

Die Konfrontation ist ein Problem, eine Herausforderung oder ein Konflikt, in dem sich die Hauptperson befindet.
Baut Spannung auf, sorgt genau für ausreichend Beunruhigung, damit die Geschichte interessant bleibt und hilft Ihrem direkten Mitarbeiter dabei, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren.
Ich konnte meine Chefin nicht erreichen. Sie sollte die Präsentation halten. Ich kannte den Vortrag zwar, hatte aber noch nie vor Publikum gesprochen. Also wartete ich ... und wartete und wartete. Ich versuchte, sie anzurufen. Ich fragte mich, was ich bloß tun sollte, wenn sie nicht käme?

Die Zeit verging. Immer wieder versuchte ich, sie zu erreichen. Sie ging einfach nicht ans Telefon. Die Präsentation sollte in zwei Minuten beginnen. Mein Herz raste. Der Organisator der Veranstaltung kam auf mich zu und fragte mich:

"Was möchten Sie tun?"
Wendepunkt

Der Wendepunkt ist der entscheidende Moment. Hier bleibt der Hauptfigur nur noch eine Wahl – sie muss handeln.
In dieser Situation ist der direkte Mitarbeiter so involviert, dass er schreien möchte: "Tun Sie es!" oder "Tun Sie es nicht!".
"Ich halte den Vortrag selbst", sagte ich.

Ich trank einen Schluck Wasser und betrat die Bühne. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Die Scheinwerfer waren so grell, dass ich das Publikum nicht sehen konnte.
Auflösung

Die Auflösung führt zum Ende und erzählt, was nach dem Wendepunkt passiert.
Ihr direkter Mitarbeiter wird inspiriert.
Ich hielt den Vortrag, so gut es eben ging. Dabei versuchte ich mich an den Wortlaut zu erinnern, aber es war schrecklich. Ich las ganze Stücke der Präsentation aus den Sprechernotizen ab. Meine Stimme war brüchig. Aber ich hielt durch. Ich brachte es zu Ende.

In diesen 30 Minuten lernte ich mehr über das Präsentieren als in den Monaten davor, als ich meiner Chefin immer wieder bei derselben Rede zusah.

Drei Arten von Geschichten

Es gibt drei Arten von Geschichten, die Sie Ihrem Team erzählen können:

1 Wahre Geschichten Geschichten, die aus Ihrem Leben und Ihren Erfahrungen stammen.
2 Inspirierende Geschichten Geschichten, mit denen Sie anderen helfen oder mit denen Sie die Arbeitsmoral heben und die Mitarbeiter inspirieren.
3 Informative Geschichten Geschichten, in denen Wissen zum Unternehmen vermittelt wird.

Dazu ein kleiner Insider-Tipp: Diese Geschichten gibt es auch als Kombination. Eine wahre Geschichte kann auch inspirieren und mit dem Unternehmen zu tun haben.

Wahre Geschichten

In der hawaiischen Kultur werden solche wahren Geschichten als "Plaudereien" bezeichnet. Diese Plaudereien ähneln Smalltalk. Es geht dabei um einen Informationsaustausch. Man erzählt vom Wochenende und von den Dingen, die man gern tut. Hier bezeichnen wir das als "wahre Geschichten".

Eine wahre Geschichte kann ganz einfach bedeuten, dass Sie Ereignisse aus Ihrem Leben schildern. Sie müssen sich dabei wirklich bemühen, ihre Kollegen kennenzulernen und von sich selbst etwas preiszugeben. Es geht darum, Beziehungen zu Ihren Teammitgliedern aufzubauen. Wenn Sie bereit sind, persönliche Geschichten zu erzählen, zeigen Sie damit dem Team, dass Sie am Arbeitsplatz wahrhaftig sind.

Da wahre Geschichten ganz informell sind, können Sie einfach passende Geschichten weitergeben, die sinnvoll sind für die Botschaft, die Sie übermitteln möchten.

Wir haben im Folgenden ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können, Ihrem Team näherzukommen:

Gehen Sie wie folgt vor
Das tun Sie nicht
Beginnen Sie Ihre Einzelgespräche mit Smalltalk.

Beispiel: Sprechen Sie über den Film, den Sie gestern Abend im Kino gesehen haben, und fragen Sie den Mitarbeiter danach, was er gestern gemacht hat.
Beginnen Sie sofort mit dem Geschäftlichen.

Beispiel: "Guten Morgen. Sagen Sie mal, warum sind wir mit diesem Projekt so weit im Rückstand?"
Teilen Sie Geschichten aus Ihrer beruflichen Karriere mit.

Beispiel: Sprechen Sie über Sternstunden, Entscheidungen, Probleme, Fehlschläge und Erfahrungen in Ihrem Berufsleben.
Halten Sie Ihr Berufsleben komplett unter Verschluss.

Beispiel: Sprechen Sie niemals über Ihre Karrierewünsche, Fehltritte bzw. über das, was Sie von anderen gelernt haben.
Öffnen Sie sich.

Beispiel: Geben Sie ehrlich zu, wenn Sie einen Fehler gemacht haben oder wenn Sie die Antwort auf eine Frage nicht wissen bzw. eine Vorgehensweise nicht kennen.

Wenn in Ihrem Leben gerade etwas passiert, teilen Sie es einfach Ihrem Team mit. Wenn beispielsweise Ihr Hund krank ist, ist es ganz normal, dass Sie nicht ganz auf dem Damm sind. Teilen Sie Ihren Teammitgliedern mit, was los ist, damit diese Ihr Verhalten besser verstehen.
Zeigen Sie immer eine perfekte Fassade.

Beispiel: Man geht Beziehungen ein, indem man offen ist und seine Schwächen zeigt, nicht indem man sich hinter einer Fassade versteckt und vorgibt dass man alles weiß und alles richtig macht.
Lassen Sie auf angemessene Weise Dampf ab.

Beispiel: Zeigen Sie Ihren Teammitgliedern auf angemessene Weise, dass Sie selbst ebenfalls gestresst sind und seien Sie mitfühlend in Bezug auf die Probleme, denen die Mitarbeiter bei der Arbeit ausgesetzt sind. Bleiben Sie lösungsorientiert und überlegen Sie sich, was Sie und andere unternehmen können, um die Situation zu verbessern.
Übertreiben Sie und teilen Sie alle Ihre Sorgen in Bezug auf das Unternehmen und andere Teammitglieder mit.

Beispiel: "Das gibt's ja gar nicht! Schon wieder passiert das. Das bekommen wir nie fertig. Diesmal ist wirklich alles schiefgegangen. Am besten wir treten das Projekt in die Tonne."
Sprechen Sie über die guten Dinge, die am Arbeitsplatz passieren.

Beispiel: "Ausgezeichnete Arbeit im dritten Quartal! Wir haben die anderen echt beeindruckt. Schließlich haben wir unsere Zahlen nicht nur erreicht, sondern waren noch viel besser als das. Das ist ein idealer Start in das vierte Quartal. Dieses Jahr wird mit Sicherheit gut für uns."
Lästern Sie über andere.

Beispiel: "Haben Sie schön gehört, was Herrn Karl letzte Woche passiert ist? Ich war mit Frau Christ aus und sie hat von Frau Leiser gehört, dass Herr Karl im letzten Monat eine unglaublich schlechte Leistung..."

Inspirierende Geschichten

Als inspirierender Coach haben Sie die Möglichkeit, auf das Leben anderer Einfluss zu nehmen. Ihre direkten Mitarbeiter erwarten von Ihnen Führung. Wenn sie bei einem Projekt nicht mehr weiter wissen oder wenn die Dinge nicht so ganz nach Plan laufen, wenden sich die Mitarbeiter an Sie. Und wenn die Arbeitsmoral des Teams schlecht ist, egal aus welchem Grund – wenden Sie sich an Sie, damit Sie sie aufbauen.

Inspirierende Geschichten helfen Ihrem Team dabei, einen anderen Blickwinkel zu erhalten und die Hoffnung auch in schwierigen Situationen nicht zu verlieren. Wichtig ist bei inspirierenden Geschichten, dass Sie sicherstellen, dass sich die Zuhörer damit identifizieren können, dass sie fesselnd sind und dass sie sich gut wiederholen lassen. Möchten Sie Genaueres zu diesen Eigenschaften erfahren?

Klicken Sie auf die Grafik, um mehr dazu zu erfahren. Unsere Expertin zum Geschichtenerzählen bei Salesforce ist Jen Brown. Sie ist eine leitende Führungskraft in der Abteilung Customer Evangelism und spricht über die Vorteile von lebendigen Details in Geschichten.

"Mit einer guten inspirierenden Geschichte kann man sich identifizieren, sie ist fesselnd und lässt sich leicht wiederholen … Sie muss begeistern. Lebendige Details sorgen in einer Geschichte dafür, dass man aufpasst." Jen Brown, Senior Manager, Customer Evangelism, Salesforce

Informative Geschichten

Wir haben erörtert, wie Sie Ihre eigenen wahren Geschichten erzählen können und wie Sie eine Geschichte so aufbauen, dass Sie andere damit inspirieren. Die dritte Art von Geschichte, die Sie als Manager erzählen können, spielt im Unternehmen. Solche Geschichten bezeichnen wir als informative Geschichten, da Informationen übermittelt werden.

Informative Geschichten sind in folgenden Situationen hilfreich:

  • Projekt-Kickoffs
  • Statusaktualisierungen
  • Teamneuigkeiten
  • Präsentationen
  • Schriftliche Kommunikation
  • E-Mails
  • Chatter

Innerhalb der Unternehmenskommunikation wird über Geschäftliches informiert und Ihr Team wird aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Solche Geschichten umrahmen Fakten, damit Ihre Teammitglieder die Dringlichkeit verstehen, wissen was von ihnen erwartet wird und die großen Zusammenhänge erkennen können.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Arten von Geschichten, ist es hier Ihre Aufgabe, aus Fakten und Tagesordnungspunkten eine Geschichte zu bauen. Damit beschäftigen wir uns später in diesem Modul noch eingehender.

Zusammenfassung

Sie müssen kein Experte in Bezug auf den Aufbau einer Geschichte sein, um ihren direkten Mitarbeitern eine tolle Geschichte zu erzählen. Es hilft jedoch, wenn Sie die grundlegenden Bestandteile einer Geschichte kennen. So wissen Sie, wie Sie sie dem Zuhörer am interessantesten präsentieren.

In der nächsten Lektion erfahren Sie, wie Sie Geschichten verwenden können, um ihr Team zu inspirieren und eine Beziehung zu Ihren direkten Mitarbeitern herstellen.

Ressourcen